AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

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Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit

Der Flyer

Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit - hin zu einer besseren Kooperation von Sinti, Roma und Kirchen

Antiziganismus im Protestantismus, auch daran muss erinnert werden im zu Ende gehenden Jahr des Reformationsjubiläums. Denn es ist eine bittere Tatsache, dass Martin Luther die Feindschaft gegen Sinti und Roma theologisch rechtfertigte und dass viele Protestanten ihm darin folgten.

Auch mit der vermeintlich menschenfreundlichen „Zigeunermission“ des 19. Jahrhunderts teilten und verstärkten die Kirchen das diskriminierende Bild der Mehrheitsgesellschaft. Denn zum Missionieren gab es keinen Anlass. Sinti und Roma waren längst Christen. Aber zum Arbeiten, so meinte man, müssten sie erzogen werden. Zur Verfolgung der Sinti und Roma durch das nationalsozialistische Deutschland schwiegen die Kirchen oder leisteten gar „Amtshilfe“.

Auch nach dem NS-Völkermord bezogen die Kirchen lange keine Position gegen antiziganistische Vorurteile und die diskriminierende Ausgrenzung der Sinti und Roma. Seit einigen Jahren nun versuchen Akteure aus Initiativen von Sinti und Roma, aus Kirchen und Zivilgesellschaft hier einen Neuanfang - weg vom Vorurteil, hin zu einer guten Zusammenarbeit. Diese Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll soll Akteure zusammenbringen und nach neuen Wegen für ein gutes Miteinander suchen. Alle Interessierte an dieser Arbeit und dem gemeinsamen Engagement von Sinti und Roma und nicht-Roma für ein gutes Miteinander in dieser Gesellschaft sind herzlich eingeladen zu dieser Vernetzungstagung.

Verantwortlich sind:
Dr. Andreas Hoffmann-Richter
Dr. Christian Staffa
Wolfgang Mayer-Ernst, Evangelische Akademie Bad Boll

 

 

 

2016: Porajmos und "Nachkriegs"erlebnisse bei Sinti

Nürtinger Beispiele. Nürtinger Neckarrealschule.

Am 13. Dezember waren Robert Reinhardt und Manuel Werner in der Nürtinger Neckarrealschule. Sie stellten den Porajmos anhand des Schicksals des Sintijungen Anton Köhler vor, der 1932 in Nürtingen geboren wurde und 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Robert Reinhardts Vater wurde in der Zeit des NS-Regimes in das KZ Dachau verbracht. 1946 erhielt die Familie in Nürtingen eine Wohnung im Dachgeschoss der Mörikeschule. Dort richtete die Mutter von Robert Reinhardt eine Bürstenfabrikation ein, die bald über zehn Mitarbeiterinnen Arbeit gab. Robert Reinhardt berichtete auch, wie es ihm in der Schule ging. Dazu beantworteten Robert Reinhardt und Manuel Werner zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler.

  

Siehe hierzu auch den Bericht in der STATTzeitung von Nürtingen vom 14.11.2016:  Robert Reinhardt, ein in Nürtingen geborener Sinto, erzählte, wie es seiner Familie in der NS-Zeit und danach erging.