AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Arbeitskreis in Baden-Württemberg

Nachruf auf Egon Schweiger

Der Verband Deutscher Sinti und Roma in Mannheim schickt uns den NACHRUF ÜBER EGON SCHWEIGER
vom 15. Mai 2018. Wir drucken ihn hier mit Erlaubnis des VDSR nach. Der AK verdankt Egon Schweiger sehr viel, besonders in der Anfangszeit nach der Gründung 1999. Wir trauern mit dem Landesverband.

Egon Schweiger verstarb am 4.5.2018 in Berlin. Er war ein langjähriger Mitarbeiter und Freund des VDSR BW. Anfang der 90er Jahre arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der konzeptionellen Neuausrichtung des Landesverbands. Diese Neuausrichtung beinhaltete die Fokussierung auf das Europäische Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten. Egon Schweiger machte sich zum Ziel die Minderheit zu fördern in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und die soziale Beratung. Eine gleichberechtigte Teilhabe lag ihm in seinem Engagement für den Verband und die Minderheit immer am Herzen. Seine Ideen wurden weitergetragen und führten schließlich 2013 zu dem Abschluss eines Staatsvertrags mit dem Land Baden-Württemberg. Dem ersten Staatsvertrag für die Minderheit, der den Schutz und die Förderung rechtlich sichert.
Sein Engagement für unsere Minderheit, seine Integrität, Kenntnisse und Freundschaft wurden sehr geschätzt. Im Gedächtnis der Sinti und Roma BW wird er einen bleibenden Ehrenplatz innehaben.
Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg

 

Liste der Deportationsorte im März 1943 (Baden-Württemberg)

Orte aus denen "Sinti und Roma" im März 1943 deportiert wurden
In den von Heinrich Himmler angeordneten Märzdeportationen 1943 wurden 12.000 "Sinti und Roma" in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Nur wenige haben überlebt.
Aus dem Bundesland Baden-Württemberg gelangten in diesem Monat 456 Sinti aus 52 Orten in fünf Transporten dorthin.
Den ersten und größten Transport organisierte die Kriminalpolizeileitstelle Stuttgart. 233 Personen aus Württemberg und Hohenzollern verließen am Abend des 15. März 1943 Stuttgart.
Die für Baden zuständige Kriminalpolizeistelle Karlsruhe entschied sich für dezentrale Sammelpunkte. Die badischen Transporte verließen die Bahnhofe Mannheim: 21. März mit 58 Personen, Mosbach: 23. März mit 53 Personen, Heilbronn: 24. März mit 49 Personen und Karlsruhe: 25. März mit 63 Personen. ....

Download pdf - ganze Liste, Stand  25.01.2018

 

Gedenkgottesdienst am 4.3.2018 in St. Jodok, Ravensburg

Der Weg von Ravensburg nach Auschwitz war ein weiter und qualvoller Weg, ein Weg ohne Wiederkehr!
35 Ravensburger Sinti wurden nach Auschwitz deportiert, 29 davon ermordet!

Am 4. März 2018 um 18.00 Uhr in der St. Jodok Kirche, Eisenbahnstraße 20, in 88212 Ravensburg. 

Wie schon in den vergangenen Jahren, so wollen wir auch in diesem Jahr mit einer besonderen Gedenkstunde an die Opfer der Gewaltherrschaft und der Menschenvernichtung im Dritten Reich erinnern. Wir erinnern der 29 Ravensburger-Sinti, die am 13. März 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet wurden, in einem Gottesdienst. 
Magdalena Guttenberger und Christine Stuhler-Seitel

Musikalische Umrahmung: Duo Guttenberger. 
Organisiert von:
Gedenkinitiative Mahnmal Ravensburg   Magdalena Guttenberger – Christine Stuhler-Seitel.
In Kooperation mit:
Pfarrheim St. Jodok Seelsorgeeinheit Ravensburg Mitte, 
Viktoria Doris Graneret, Stiftungsvorstand der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiccim/Auschwitz, 
Studentenwerk Weiße Rose e.V., 
Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg.

Mehr Informationen zu den Sinti in Ravensburg

Über den AK Sinti/Roma und Kirchen in BW

Der Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, Diskriminierung und Vorurteile allgemein und insbesondere gegenüber Sinti und Roma in der Gesellschaft und auch in den Kirchen wahrzunehmen, kenntlich zu machen und zu überwinden. Er will über die Struktur und Funktionsweise von Antiziganismus aufklären und zur Verständigung zwischen Mehrheitsgesellschaft und Sinti und Roma beitragen.

Der Arbeitskreis entstand aus einer Nachfrage der evangelischen japanischen Kirchen an die EKD bei einer Kirchenkonsultation 1993 zur Zusammenarbeit mit Minderheiten in Deutschland. In der Folge haben mehrere Delegationen zusammen mit Vertretern von Organisationen der Sinti und Roma Japan besucht und die dortige Anti-Diskriminierungsarbeit für „Buraku" kennen gelernt. 1999 wurde dann dieser Arbeitskreis gegründet.

WEITERLESEN: Vorgeschichte des Arbeitskreises