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Antiziganismus

Antiziganismus

Forschungsstelle Antiziganismus in Heidelberg

UNI-HEIDELBERG
Bundesweit erste Forschungsstelle Antiziganismus eröffnet
Baden-Württemberg eröffnet an der Universität Heidelberg die bundesweit erste Forschungsstelle für Antiziganismus. Die Forschungsstelle soll sich mit Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus vom Mittelalter bis in die Gegenwart beschäftigen.

 

Die Universität Heidelberg hat die eigenen Angaben zufolge bundesweit erste Forschungsstelle für Antiziganismus eröffnet. Die Erkenntnisse der Forscher sollten – auch präventiv – antiziganistischen Einstellungen entgegentreten.

„Mit der Förderung der Forschungsstelle Antiziganismus setzen wir ein Zeichen – gegen das Schweigen, für die Aufklärung. Damit wird das Land auch seiner historischen Verpflichtung den Sinti und Roma gegenüber gerecht“, so die Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg, Theresia Bauer (Grüne).

Ursachen und Folgen des Antiziganismus

Die Forschungsstelle werde sich mit Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus vom Mittelalter bis in die Gegenwart beschäftigen. Der Leiter der Stelle sowie zwei Forscher bieten auch Lehrveranstaltungen an. Des Weiteren würden zwei Promotionsstipendien vergeben. Unter Antiziganismus wird die Diskriminierung und Ausgrenzung von Sinti und Roma verstanden.

Die neue Einrichtung wird aus Mitteln des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums finanziert. Grundlage für die Einrichtung der Forschungsstelle ist ein Staatsvertrag zwischen dem Verband der Sinti und Roma Landesverband Baden-Württemberg (VDSR) und dem Land Baden-Württemberg aus dem Jahr 2013. (epd/mig)

Quelle: Migazin, 31.07.2017
URL des Artikels: http://www.migazin.de/2017/07/31/bundesweit-erste-forschungsstelle-antiziganismus-eroeffnet/


Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet:

 "Ein Zeichen über die Grenzen unseres Landes hinaus"
Neue "Forschungsstelle Antiziganismus" an der Universität - Grundlagenforschung über Diskriminierung der Sinti und Roma


Der Mannheimer Morgen  berichtet:

UNIVERSITÄT HEIDELBERG - BUNDESWEIT ERSTE FORSCHUNGSSTELLE ÜBER ANTIZIGANISMUS OFFIZIELL ERÖFFNET
Warum Sinti und Roma diskriminiert werden
29. Juli 2017

"HEIDELBERG. Mit einer Feierstunde hat gestern Nachmittag die
bundesweit erste Forschungsstelle über Antiziganismus an der
Universität Heidelberg offiziell die Arbeit aufgenommen. Die Institution
erforscht Ursachen, Formen und Folgen der Diskriminierung von Sinti
und Roma.
"Mit der Förderung der Forschungsstelle Antiziganismus setzen wir ein
Zeichen - gegen das Schweigen, für die Aufklärung. ...."


Der SWR berichtet:

Eröffnung Forschungsstelle Antiziganismus an Universität

Heute startet die Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität offiziell mit ihrer Arbeit. Zur Eröffnung kommen die Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer und Romani Rose vom Zentralrat der Sinti und Roma. Die Forschungsstelle befasst sich mit grundlegenden Fragen zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in der europäischen Geschichte. Dabei geht es darum, weshalb Sinti und Roma ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt wurden. Und zwar vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Es werden Stereotype, Vorurteile und die daraus entstehenden Mechanismen der Ablehnung und Ausgrenzung durch die Historiker untersucht. Übergreifend sollen Untersuchungen mit Wissenschaftskollegen aus der Rassismus-, Gewalt- und Inklusionsforschung stattfinden. Neben der Forschung bieten die Historiker auch Lehrveranstaltungen an.
Stand: 28.7.2017

Quelle:  https://www.swr.de/swraktuell/bw/mannheim/heidelberg-eroeffnung-forschungsstelle-antiziganismus-an-universitaet/-/id=1582/did=19989532/nid=1582/1eg4m8t/index.html


Pressemitteilung der Universität Heidelberg, 24. Juli 2017

Wissenschaftler untersuchen Ausgrenzung von Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart
Eine Forschungsstelle, die sich dem Thema der Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma in historischer Perspektive widmen wird, hat an der Universität Heidelberg ihre Arbeit aufgenommen. Die feierliche Eröffnung findet am 28. Juli 2017 statt. Die Einrichtung dieser Forschungsstelle Antiziganismus geht auf einen Staatsvertrag zurück, den der Landesverband Baden-Württemberg im Verband Deutscher Sinti und Roma und das Land Baden-Württemberg im November 2013 geschlossen haben. An der Eröffnungsveranstaltung, zu der der Rektor der Ruperto Carola, Prof. Dr. Bernhard Eitel, eingeladen hat, werden die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, der Vorsitzende des Landesverbandes, Daniel Strauß, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, teilnehmen.
„Mit der Förderung der Forschungsstelle Antiziganismus setzen wir ein Zeichen – gegen das Schweigen, für die Aufklärung. Damit wird das Land auch seiner historischen Verpflichtung den Sinti und Roma gegenüber gerecht“, betont Ministerin Bauer. Die neue Einrichtung wird aus Mitteln des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums finanziert. Die Forschungsstelle beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
„Ausgehend von der bis heute anhaltenden Stigmatisierung von Sinti und Roma gilt es, Stereotype, Vorurteile und die daraus resultierenden Mechanismen der Ausgrenzung historisch fundiert unter dem Dach der noch jungen Antiziganismusforschung zu untersuchen. Dies ist eine Aufgabe von großer wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Dringlichkeit“, betont der Heidelberger Zeithistoriker Prof. Dr. Edgar Wolfrum, der das Konzept für die Forschungsstelle mit Mitarbeiterinnen des Arbeitsbereichs Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa erarbeitet hat. Übergreifend sollen zudem interdisziplinäre Untersuchungen im Kontext der Rassismus-, Gewalt- und Inklusionsforschung durchgeführt werden. Angestrebt werden dabei Kooperationen mit verschiedenen Wissenschaftsbereichen innerhalb der Universität sowie mit Partnern an anderen Forschungseinrichtungen.
Die Forschungsstelle Antiziganismus ist am Historischen Seminar der Universität Heidelberg angesiedelt. Neben der Leitung werden ihr zwei in diesem Bereich ausgewiesene Forscher angehören; zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden außerdem zwei Promotionsstipendien vergeben. Aufgabe der Forschungsstelle wird es auch sein, Lehrveranstaltungen anzubieten. Mit ihrer Einrichtung reagieren die Initiatoren auf die Tatsache, dass in Deutschland bislang keine eigenständige Forschungsstelle und kein Lehrstuhl zu diesem Forschungsgebiet existiert.
Zum Auftakt der feierlichen Eröffnung spricht der Rektor. Mit Grußworten werden sich anschließend Theresia Bauer und Daniel Strauß an die Gäste wenden. Prof. Wolfrum stellt die Arbeit der neuen Einrichtung vor. „Zum Geleit“ spricht auch Romani Rose, der zugleich Vorsitzender des in Heidelberg angesiedelten Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma ist.

Quelle: http://www.uni-heidelberg.de/presse/news2017/pm20170724_forschungsstelle-antiziganismus-an-der-universitaet-heidelberg.html