AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Buraku

Einführung in das Thema Burakumin in Japan

Hier ein Link zu einem interessanten Aufsatz zur "Einführung in das Thema Burakumin in Japan"

Aus dem 1. Kapitel:

Einführung in das Thema Burakumin in Japan
Nach Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde vom 2.9.1945 und Anerkennung der Potsdamer Erklärung
vom 26.Juli.1945 ging die Regierungsgewalt auf den Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte (SCAP –
Supreme Command for the Allied Powers), General MacArthur über.
Die Besatzungsmächte sahen in der Ausarbeitung einer neuen Verfassung für das geschlagene Japan drei
Hauptfunktionen: Die Verhinderung der Fähigkeit Japans, Kriege zu führen, die Wahrung der Kontinuität in
Bezug auf den Kaiser, was zu einer Stabilisierung der japanischen Gesellschaft beitragen sollte und die
Demokratisierung Japans. Am 6. März des Jahres 1946 wurde die so genannte „MacArthur-Verfassung“ durch
das japanische Kabinett angenommen und trat offiziell ab 3. Mai 1947 in Kraft.

Aus dem 2. Kapitel:

Geschichtlicher Hintergrund und Definition
Unglücklicherweise ist es mit großen Schwierigkeiten verbunden, eine eindeutige De©nition der Burakumin zu
geben, da der einzige Faktor, der allen Burakumin gemein ist, darin besteht, dass sie diskriminiert werden.
Diese Diskriminierung geht auf die feudalen Strukturen des Tokugawa-Shogunats des 17. Jahrhunderts zurück.
Durch die „divide and rule“-Theorie sollten die Massen durch Aufspaltung unter Kontrolle gehalten werden
und somit der Fortbestand der herrschenden Klasse und deren Versorgung gesichert werden. An der
untersten Stelle der sozialen Struktur standen die so genannten eta (穢多, „viel Schmutz“) und hinin (非人,
„Nicht-Menschen“). Deren Aufgaben bestanden hauptsächlich in Arbeiten wie der Entsorgung von
Tierkadavern und deren Weiterverarbeitung zu Lederprodukten, in der Bambusverarbeitung und in
Tätigkeiten wie Gefängniswärter oder Henker.
Es bestanden auch Bestimmungen, wo welche soziale Schicht zu wohnen hatte und welchen Beruf sie ausüben
durfte, mitunter musste die unterste Schicht des Tokugawa-Systems sich sogar durch bestimmte Kleidung
kenntlich machen.
Historisch gesehen sind Burakumin Nachkommen dieser untersten Kaste ....


 

2007: 25 Jahre Buraku Liberation Center des Kyodan

Jubiläumsfeier am 20. November 2007

As we look forward to our next conference in 2 years, our desire is to continue the work of the Buraku Liberation Center towards the goal of the elimination of all discriminatory practices through solidarity with other groups working on related issues.

The Buraku Liberation Center Celebrates 25 Years

- Pfr. TANIMOTO Kazuhiro
- ENDO Tomiju
- Financial Report 2008
- Editorial Committee

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2007: Mira Sonntag - Wir wollen kein Mitleid

Diskriminiert werden Buraku-Bewohner heutzutage vor allem beim Heiraten. Obwohl die Weitergabe von Daten aus dem Familienregister gesetzlich verboten ist, gibt es private Agenturen, die durch Beziehungen solche Informationen beschaffen, um Hochzeiten zwischen Buraku und Nicht-Buraku zu verhindern. In der Schule werden den Kindern heimlich Hassparolen auf die Sachen geschmiert oder sie sind als „gefährlich“ verschrien. Häufig behandeln auch Lehrer die Schüler entsprechend den eigenen Vorurteilen.

"Wir wollen kein Mitleid"

Die Buraku-Befreiungsbewegung in Japan

von Mira Sonntag, Mitarbeiterin des EMS im Tomisaka Christian Center

Immer noch muss die japanische Minderheit der Buraku, die allein auf Grund der ihnen traditionell zugewiesenen Berufe diskriminiert werden, mit Anfeindungen leben. Viele ziehen es deshalb vor, ihre Herkunft zu verschleiern.

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Seit einigen Jahren gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Buraku in Japan, den Dalits in Indien und den Sinti und Roma in Deutschland. Die Beziehungen werden durch Begegnungen und Austausch enger. Die Zeitschrift des Buraku Liberation Center (BLC) heißt Crowned with Thorns. Sie erscheint zwei Mal im Jahr.

Buraku-Befreiung

Ich bin doch ein Mensch

Kalligraphie aus der Befreiungsbewegung der Buraku

"Der verwundete und zu Boden gefallene Mensch, ist das nicht Jesus selbst?"

Pfr. SEKI, Kyoto, 2002

"Anerkennung verweigern nicht zuletzt viele Christinnen und Christen"

M. Sonntag