AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

2017: Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit

Der Flyer

Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit - hin zu einer besseren Kooperation von Sinti, Roma und Kirchen

Antiziganismus im Protestantismus, auch daran muss erinnert werden im zu Ende gehenden Jahr des Reformationsjubiläums. Denn es ist eine bittere Tatsache, dass Martin Luther die Feindschaft gegen Sinti und Roma theologisch rechtfertigte und dass viele Protestanten ihm darin folgten.

Auch mit der vermeintlich menschenfreundlichen „Zigeunermission“ des 19. Jahrhunderts teilten und verstärkten die Kirchen das diskriminierende Bild der Mehrheitsgesellschaft. Denn zum Missionieren gab es keinen Anlass. Sinti und Roma waren längst Christen. Aber zum Arbeiten, so meinte man, müssten sie erzogen werden. Zur Verfolgung der Sinti und Roma durch das nationalsozialistische Deutschland schwiegen die Kirchen oder leisteten gar „Amtshilfe“.

Auch nach dem NS-Völkermord bezogen die Kirchen lange keine Position gegen antiziganistische Vorurteile und die diskriminierende Ausgrenzung der Sinti und Roma. Seit einigen Jahren nun versuchen Akteure aus Initiativen von Sinti und Roma, aus Kirchen und Zivilgesellschaft hier einen Neuanfang - weg vom Vorurteil, hin zu einer guten Zusammenarbeit. Diese Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll soll Akteure zusammenbringen und nach neuen Wegen für ein gutes Miteinander suchen. Alle Interessierte an dieser Arbeit und dem gemeinsamen Engagement von Sinti und Roma und nicht-Roma für ein gutes Miteinander in dieser Gesellschaft sind herzlich eingeladen zu dieser Vernetzungstagung.

Verantwortlich sind:
Dr. Andreas Hoffmann-Richter
Dr. Christian Staffa
Wolfgang Mayer-Ernst, Evangelische Akademie Bad Boll