AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Arbeitskreis in Baden-Württemberg

Liste der Deportationsorte im März 1943 (Baden-Württemberg)

Orte aus denen "Sinti und Roma" im März 1943 deportiert wurden
In den von Heinrich Himmler angeordneten Märzdeportationen 1943 wurden 12.000 "Sinti und Roma" in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Nur wenige haben überlebt.
Aus dem Bundesland Baden-Württemberg gelangten in diesem Monat 456 Sinti aus 52 Orten in fünf Transporten dorthin.
Den ersten und größten Transport organisierte die Kriminalpolizeileitstelle Stuttgart. 233 Personen aus Württemberg und Hohenzollern verließen am Abend des 15. März 1943 Stuttgart.
Die für Baden zuständige Kriminalpolizeistelle Karlsruhe entschied sich für dezentrale Sammelpunkte. Die badischen Transporte verließen die Bahnhofe Mannheim: 21. März mit 58 Personen, Mosbach: 23. März mit 53 Personen, Heilbronn: 24. März mit 49 Personen und Karlsruhe: 25. März mit 63 Personen. ....

Download pdf - ganze Liste, Stand  25.01.2018

 

Gedenkgottesdienst am 4.3.2018 in St. Jodok, Ravensburg

Der Weg von Ravensburg nach Auschwitz war ein weiter und qualvoller Weg, ein Weg ohne Wiederkehr!
35 Ravensburger Sinti wurden nach Auschwitz deportiert, 29 davon ermordet!

Am 4. März 2018 um 18.00 Uhr in der St. Jodok Kirche, Eisenbahnstraße 20, in 88212 Ravensburg. 

Wie schon in den vergangenen Jahren, so wollen wir auch in diesem Jahr mit einer besonderen Gedenkstunde an die Opfer der Gewaltherrschaft und der Menschenvernichtung im Dritten Reich erinnern. Wir erinnern der 29 Ravensburger-Sinti, die am 13. März 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet wurden, in einem Gottesdienst. 
Magdalena Guttenberger und Christine Stuhler-Seitel

Musikalische Umrahmung: Duo Guttenberger. 
Organisiert von:
Gedenkinitiative Mahnmal Ravensburg   Magdalena Guttenberger – Christine Stuhler-Seitel.
In Kooperation mit:
Pfarrheim St. Jodok Seelsorgeeinheit Ravensburg Mitte, 
Viktoria Doris Graneret, Stiftungsvorstand der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiccim/Auschwitz, 
Studentenwerk Weiße Rose e.V., 
Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg.

Mehr Informationen zu den Sinti in Ravensburg

Rhein-Neckar-Zeitung berichtet

am 22.12.2017
Übergriffe gegen Sinti und Roma - 30 Straftaten registriert 
Von Tobias Schmidt, RNZ Berlin Berlin.
Seit Januar werden erstmals Straftaten gegen Sinti und Roma in der Statistik der Kriminalpolizei geführt, sodass antiziganistische Gewalt trennscharf erfasst werden kann. Von Januar bis Ende November wurden demnach 30 politisch motivierte Straftaten gegen Sinti und Roma verübt. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor.


Bei einem Angriff wurde ·eine Person verletzt, in einem Fall ein von Sinti und Roma bewohntes Haus gezieft attackiert. Bei sechs Straftaten handelte es sich um antiziganistische Äußerungen in sozialen Medien. Da die Statistik erst seit Januar geführt werde, seien Langzeitvergleiche nicht möglich, erklärt das Bundesministerium und ergänzt: „Jedoch betrachtet die Bundesregierung auch ohne eine entsprechende datenbasierte Lageentwicklung den Antiziganismus, welchem Sinti und Roma in Deutschland und Europa ausgesetzt sind, mit Sorge."

Ulla Jelpke, Vizefraktionschefin der Linkspartei, begrüßte, dass antiziganistische Straftaten nun unter dem Stichwort „Hasskriminalität" erfasst werden. „Dass es seit Beginn der Erfassung ini Januar 2017 ,nur' 30 solcher Straftaten gegeben haben soll, wäre - verglichen etwa mit antisemitischen Straftaten - erfreulich", sagte Jelpke. „Jedoch bleibt angesichts der großen Differenz in der Problemwahrnehmung Skepsis." Der Zentralrat der Sinti und Roma wirft auch den deutschen Behörden Diskriminierung bis hin zum sogenannten „Racial Profiling" vor, wobei Menschen nach ihrer Volksgruppenzugehörigkeit betrachtet werden.
Quelle: rnz 2017 Dez. 22.

 

Über den AK Sinti/Roma und Kirchen in BW

Der Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, Diskriminierung und Vorurteile allgemein und insbesondere gegenüber Sinti und Roma in der Gesellschaft und auch in den Kirchen wahrzunehmen, kenntlich zu machen und zu überwinden. Er will über die Struktur und Funktionsweise von Antiziganismus aufklären und zur Verständigung zwischen Mehrheitsgesellschaft und Sinti und Roma beitragen.

Der Arbeitskreis entstand aus einer Nachfrage der evangelischen japanischen Kirchen an die EKD bei einer Kirchenkonsultation 1993 zur Zusammenarbeit mit Minderheiten in Deutschland. In der Folge haben mehrere Delegationen zusammen mit Vertretern von Organisationen der Sinti und Roma Japan besucht und die dortige Anti-Diskriminierungsarbeit für „Buraku" kennen gelernt. 1999 wurde dann dieser Arbeitskreis gegründet.

WEITERLESEN: Vorgeschichte des Arbeitskreises

Gedenktage

27. Januar: 1945 Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz
15. März: 1943 Deportationen aus Baden & Württemberg
08. April: Internationaler Romatag
16. Mai: 1940 Deportationen (Hohen-asperg) gemäß "Grenzerlaß" (Elsass, Saarland, Baden/Karlsruhe) 
02/03. August: 1945 "Auflösung" von Auschwitz-Birkenau
16. Dezember: 1942 Himmler-Erlass.

"AUF WIEDERSEHEN IM HIMMEL!" - Vor 75 Jahren (1942) besiegelte der "Auschwitz-Erlass" den Mord an den Sinti und Roma. Seit 1994 wird am 16. Dezember der verfolgten und ermordeten Sinti und Roma gedacht. Heinrich Himmlers "Auschwitz-Erlass" leitete vor 75 Jahren den Genozid im Vernichtungslager ein.