AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Arbeitskreis in Baden-Württemberg

2016: „In Stuttgart hat man Berührungsängste“ - ein Interview

Quelle: Stuttgarter Zeitung | Mit freundlicher Erlaubnis vom 19.12.2016 | Download als pdf-Datei

Von Nina Ayerle, 16. Dezember 2016

Pfarrer Andreas Hoffmann-Richter reist durch das Land und macht sich stark für eine Minderheitengruppe, für die sich sonst wenige einsetzen. Er ist Beauftragter für Sinti und Roma bei der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart plant Bänke an der Königstraße zu verlegen, damit osteuropäische Armutsmigranten dort nicht nächtigen. Auch Verantwortliche der Vesperkirche klagten dieses Jahr über Schwierigkeiten mit Sinti- und Roma-Gruppen. Pfarrer Andreas Hoffmann-Richter ist Beauftragter für Sinti und Roma bei der evangelischen Landeskirche. Er reist durchs Land und informiert über die Minderheitengruppe.

Herr Hoffmann-Richter, in der Stuttgarter Vesperkirche gab es in diesem Jahr Probleme mit Armutsmigranten aus Osteuropa. Sie haben nun dort einen Infoabend für die Mitarbeiter abgehalten. Warum ist der Umgang mit dieser Bevölkerungsgruppe, die bei uns allgemein als Sinti und Roma bezeichnet wird, oft schwierig?

Weiterlesen: 2016: „In Stuttgart hat man Berührungsängste“ - ein Interview

2014: Einführung von Pfr. Dr. A. Hoffmann-Richter - Grußwort des AK

Grußwort für Pfarrer Dr. Andreas Hoffmann-Richter anlässlich seiner Einführung ins Amt als Beauftragter für die Arbeit mit Sinti und Roma im Bereich der württembergischen Landeskirche

3. Dezember 2014 im Haus der Begegnung Ulm

Grußwort des AK

Liebe Schwestern und Brüder - wir sind heute und hier an diesem Ort alle ohne Unterschied Brüder und Schwestern,
lieber Andreas,

Am 1.7.2009 feierten wir hier das 10jährige Bestehen des "AK Sinti/Roma und Kirchen in BW" - er ist also jetzt 15 Jahre alt - und es gäbe ihn nicht ohne Dich.

Du warst in den 80er und 90er Jahren in Kyoto, hast dort mitgearbeitet im Buraku-Befreiungszentrum. Damals haben Dich bei Eurem Abschied aus Japan die Brüder und Schwestern der Partnerkirche mit einem Auftrag entlassen: Kümmere Dich um die Minderheit der Sinti und Roma in Deutschland.

Nein, so darf ich das nicht sagen: Sie sagten, kümmere Dich um Deine Kirche in Deutschland und sorge dafür, dass sie es lernen, mit den Sinti und Roma auf Augenhöhe zu verkehren, sie ernst zu nehmen, sie anzunehmen (was mehr ist als Toleranz!). Denn die Brüder und Schwestern in Kyoto und Du selbst haben erkannt, dass da in Deutschland noch viel nachzuholen ist. Das ist 20 Jahre her. So lange hat es gebraucht, bis Deine Kirche eine halbe Stelle bereit gestellt hat.

Weiterlesen: 2014: Einführung von Pfr. Dr. A. Hoffmann-Richter - Grußwort des AK

Über den AK Sinti/Roma und Kirchen in BW

Der Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, Diskriminierung und Vorurteile allgemein und insbesondere gegenüber Sinti und Roma in der Gesellschaft und auch in den Kirchen wahrzunehmen, kenntlich zu machen und zu überwinden. Er will über die Struktur und Funktionsweise von Antiziganismus aufklären und zur Verständigung zwischen Mehrheitsgesellschaft und Sinti und Roma beitragen.

Der Arbeitskreis entstand aus einer Nachfrage der evangelischen japanischen Kirchen an die EKD bei einer Kirchenkonsultation 1993 zur Zusammenarbeit mit Minderheiten in Deutschland. In der Folge haben mehrere Delegationen zusammen mit Vertretern von Organisationen der Sinti und Roma Japan besucht und die dortige Anti-Diskriminierungsarbeit für „Buraku" kennen gelernt. 1999 wurde dann dieser Arbeitskreis gegründet.

WEITERLESEN: Vorgeschichte des Arbeitskreises

Gedenktage

27. Januar: 1945 Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz
15. März: 1943 Deportationen aus Baden & Württemberg
08. April: Internationaler Romatag
16. Mai: 1940 Deportationen (Hohen-asperg) gemäß "Grenzerlaß" (Elsass, Saarland, Baden/Karlsruhe) 
02/03. August: 1945 "Auflösung" von Auschwitz-Birkenau
16. Dezember: 1942 Himmler-Erlass.

"AUF WIEDERSEHEN IM HIMMEL!" - Vor 75 Jahren (1942) besiegelte der "Auschwitz-Erlass" den Mord an den Sinti und Roma. Seit 1994 wird am 16. Dezember der verfolgten und ermordeten Sinti und Roma gedacht. Heinrich Himmlers "Auschwitz-Erlass" leitete vor 75 Jahren den Genozid im Vernichtungslager ein.