AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Gisela Köllner

Zusammenarbeit gegen Diskriminierung

Sinti und Roma in Deutschland - Buraku in Japan - Dalit in Indien  -  Kirchen in BW

Zusammenarbeit gegen Diskriminierung

Ulm (EMS). Vorurteile können tödlich sein – das ist eine Botschaft von Mahnmalen für Deportierte und Gedenkstätten für Opfer des Rassenwahns. Gegen Vorurteile aktiv ist das Buraku-Befreiungszentrum der Vereinigten Kirche Christi in Japan. Hier geschieht praktische Solidarität mit der Minderheit der Buraku, aber auch anderen Gruppen der Bevölkerung, die Diskriminierung ausgesetzt sind. Aus einer Anfrage dieser Kirche in der EMS-Gemeinschaft nach der Zusammenarbeit der deutschen Kirchen mit der Minderheit der Sinti und Roma entstand vor zehn Jahren der „Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg“. Er ist seitdem im EMS verankert.

Am 1. Juli konnte in Ulm auf ein Jahrzehnt der Aktivitäten des Arbeitskreises für Menschenrechte und gegen Diskriminierung, insbesondere gegen Sinti und Roma, zurückgeblickt werden. Zugleich wurden Aufgaben benannt, die künftig für diesen ökumenisch zusammengesetzten Arbeitskreis anstehen.

gk 2009 sintiroma ulm 1000Für ein verstärktes Engagement der Kirchen gegen Diskriminierung plädierte Prälatin Gabriele Wulz. Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg, rief dazu auf, sich kritisch mit eigenen Bildern von Sinti und Roma auseinander zu setzen. Grußworte kamen unter anderem vom Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner sowie der Plattform Dalit-Solidarität in Deutschland.

Zwei Delegierte des kirchlichen Buraku-Befreiungszentrums in Osaka, Japan, knüpften an den Beginn im Jahr 1999 an und gaben durch eigene Tätigkeitsberichte Anregungen. Sie informierten sich bei ihrem Deutschlandbesuch über Erinnerungsarbeit in Deutschland wie beispielsweise das Kunstprojekt Stolpersteine und besuchten verschiedene Gedenkstätten und das Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. Begegnungen mit deutschen Sinti und Roma zeigten die Ähnlichkeiten von Diskriminierung in unterschiedlichen Ländern.

Gisela Köllner vom EMS-Verbindungsreferat Ostasien, in dem der AK Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg verankert ist, sagt: „Wenn wir unsere eigenen Bilder hinterfragen, aktiv werden, um Diskriminierung wahrzunehmen und zu überwinden und uns international vernetzen, können wir alle dazu beitragen, dass Vorurteile künftig in weniger Fällen tödlich enden.“

Köllner, Gisela: Sinti und Roma. Zusammenarbeit gegen Diskriminierung. In: darum-journal 5 / 2009. S. XI

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