AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Romani Rose fordert breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Rechtsextremismus

11. Dezember 2012, Pressemitteilung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg

Einladung zur Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen am 15. Dezember 2010

Vor 70 Jahren, am 16. Dezember 1942, unterzeichnete Himmler den sogenannten „Auschwitz-Erlass", der die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau anordnete - unter ihnen 10.000 deutsche Sinti und Roma aus dem damaligen Reichsgebiet. Insgesamt wurden im besetzten Europa mehrere Hunderttausend Sinti und Roma in Konzentrationslagern oder durch Einsatzgruppen der SS ermordet. Im Konzentrationslager Sachsenhausen waren mehr als 1.000 Sinti und Roma inhaftiert. Seit 2004 wird in der Gedenkstätte Sachsenhausen die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma im Nationalsozialismus umfassend in einem eigenen Ausstellungsabschnitt dokumentiert.

Am Samstag, den 15. Dezember 2012, erinnert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in der Gedenkstätte Sachsenhausen mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma. An der Veranstaltung nehmen rund 40 Überlebende und deren Familienangehörige teil, unter ihnen Hermann Höllenreiner, Überlebender des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

In seiner Gedenkansprache würdigt der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, die Einweihung des Denkmals in Berlin als eindrückliches Zeichen der Anerkennung des lange verdrängten Völkermordes an den Sinti und Roma. „Dass Phänomene wie Antisemitismus und Antiziganismus unvermindert eine Gefahr für unsere Gesellschaft und unsere freiheitlich-demokratische Kultur darstellen, hat uns zuletzt die Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle auf so entsetzliche Weise vor Augen geführt", so Rose weiter. Ein besonderes Augenmerk müsse „der schleichenden, jenseits öffentlicher Wahrnehmung erfolgenden Aushöhlung unserer demokratischen Kultur durch Rechtsradikale und deren intellektuellen Vordenker gelten", so Rose weiter. Notwendig sei daher eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Rechtsextremismus in Deutschland und Europa. Im Hinblick auf das derzeit vorbereitete Verbotsverfahren gegen die NPD bedeute dies, dass die Auseinandersetzung mit der Ideologie dieser Partei über das Verbot hinaus zuallererst politisch und gesellschaftlich geführt werden müsse. „Hier müssen alle gesellschaftlichen Kräfte deutlich Stellung beziehen, und es dürfen insbesondere Politiker nicht einem Populismus verfallen, der rechtsradikale Positionen – zuallererst auf Kosten von Minderheiten – in der Mitte der Gesellschaft akzeptabel macht."

Gerrit Große, Vizepräsidentin des Landtags Brandenburg und Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg erinnern als Vertreter der brandenburgischen Landesregierung an den Völkermord an Sinti und Roma während des Nationalsozialismus.

Die Delegation der Überlebenden versammelt sich am 15. Dezember 2012 um 9.45 Uhr am  „Turm A" (Eingang des ehem. Häftlingslagers). Die Gedenkfeier beginnt um 10.15 Uhr am zentralen Gedenkort „Station Z".

Begrüßung: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ansprachen:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Gerrit Große, Vizepräsidentin des Landtags Brandenburg
Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Feliks Byelyenkov, Jüdische Gemeinden Land Brandenburg

Kranzniederlegung

Jara Kehl
(Wiss. Mitarbeiterin)
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